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Ungebremster Biergenuss PDF Drucken E-Mail

Bierspezialitäten im Vormarsch

Ungebremster-Biergenuss
Ungebremster Biergenuss
Österreich bleibt auch 2010 das Bierland mit Tradition. Die 172 heimischen Braustätten (inkl. 101 Gasthaus- und Hausbrauereien) erfüllten mit ihrer reichhaltigen Produktpalette von mehr als 1.000 verschiedenen Bieren und einem Ausstoß von gesamt rd. 8,7 Mio. Hektoliter auch im Jahr 2010 jeden Konsumentenwunsch. Heimisches Bier war mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 106,0 Liter auch 2010 das weitaus beliebteste Getränk der Österreicher. „Wir können mit dem vergangenen Jahr zufrieden sein. Die Absatzzahlen halten auf hohem, beinahe gleichem Niveau wie 2009 und das bestätigt uns, dass die Österreicher das heimische Bier in seiner Vielfalt und hohen Qualität nach wie vor sehr schätzen“, sagte KR DI Dr. Markus Liebl, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs, heute bei der Bilanzpressekonferenz in Wien.

Österreich bleibt eine führende Bier-Nation in Europa

Die Bilanz zeigt, dass die Österreicher auch 2010 Bier sehr schätzten: Die Brauereien verzeichneten einen lediglich minimalen Absatzrückgang beim Bierausstoß im Inland von -0,3 Prozent auf 8,3 Mio. Hektoliter (Bier -0,3 Prozent, alkoholfreies Bier +0,2 Prozent). Der Gesamtausstoß war mit -0,7 Prozent ebenfalls nur leicht rückläufig. Damit stabilisiert sich der Bierkonsum in Österreich auf hohem Niveau. Österreich bleibt damit auch im Jahr 2010 eine der führenden Bier-Nationen in Europa. Im Vergleich zu Deutschland steht Österreich besser da: Wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden veröffentlichte, weist Deutschland beim Inlandsabsatz (ohne Haustrunk) einen Rückgang von 2,9 Prozent aus.

Auch im traditionsreichen Bayern sehen sich die Brauer mit sinkenden Zahlen konfrontiert. Im vergangenen Jahr wurden 21,6 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt, das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Anfang Februar in München mitteilte. In Tschechien war die Entwicklung sogar noch unerfreulicher. Der Inlandsausstoß ging dort um 7,1 Prozent zurück.  

Lager-/Märzenbier bleibt Nr. 1; Radler, Bierspezialitäten und Bockbier legen zu

Lager-/Märzenbier ist nach wie vor die beliebteste Biersorte der Österreicher – rund 5,4 Mio. Hektoliter wurden 2010 konsumiert (plus rd. 9.000 Hektoliter oder +0,2 Prozent), der Marktanteil gesamt liegt für Lager/Märzen 2010 bei 65,0 Prozent. Absatzsteigerungen beim Inlandsausstoß verzeichneten des weiteren auch heuer wieder Radler mit Alkohol (plus rd. 86.000 Hektoliter oder +24,7 Prozent) und Bockbier (plus rd. 2.300 Hektoliter oder +11,4 Prozent). Auch Leichtbier und alkoholfreies Bier konnten zulegen, jedoch auf sehr niedrigem Niveau.Die anderen Biersorten mussten Absatzverluste hinnehmen. Am stärksten betroffen: Radler alkoholfrei (-24,1 Prozent), Schankbier (-11,2 Prozent) und Pils (-5,8 Prozent).Damit zeigt sich, dass sich in Österreich zwei Konsumententypen etabliert haben: Auf der einen Seite Feinschmecker und Bierkenner, die auch gerne mal zu einem stärkeren Bockbier greifen und auf der anderen Seite die Personen, die Bier gerne auch als Durstlöscher in Form von Radler genießen.  

Bier am liebsten aus der Flasche

Heimisches Bier gelangt im Inland zu 72 Prozent in umweltfreundlichen Mehrweggebinden zu den Konsumenten. Der Flaschenbestand aller österreichischen Brauereien beträgt über 150 Millionen Stück. Insgesamt wurden 2010 beachtliche 3,6 Mio. Hektoliter aus der beliebten 0,5 l Flasche getrunken, auch wenn diese Gebindeart einen leichten Absatzrückgang von 1,4 Prozent hinnehmen musste. Am stärksten betroffen von Absatzrückgängen waren 2010 hingegen 0,33 l Dosen und 5 l Dosen inkl. PET mit -11,1 Prozent bzw. -12,1 Prozent. Zulegen konnten in erster Linie 0,33 l Flaschen (+10,8 Prozent) und Tankbier (+3,2 Prozent).

Österreichische Brauwirtschaft – Wichtiger Wirtschaftsfaktor und Jobmotor

Die Verbrauchszahlen aus 2010 veranschaulichen, dass Bier nicht nur in der heimischen Kultur und Kulinarik tief verwurzelt ist, sondern auch einen wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor darstellt. In Österreichs Brauereien sind durchschnittlich rd. 3.900 bestqualifizierte Arbeitnehmer mit Personalkosten von rd. 250 Mio. Euro (Löhne, Gehälter, gesetzlicher und freiwilliger Sozialaufwand) beschäftigt – die Brauereien sind damit wichtiger Jobmotor für die heimische Wirtschaft. Weiters ist die österreichische Brauwirtschaft ein wichtiger Partner für die heimische Landwirtschaft. Österreichisches Bier ist ein ausgesprochenes Naturprodukt und wird seit eh und je aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. So stammt die zur Herstellung österreichischen Bieres verwendete Braugerste (2010 rd. 173.000 Tonnen Sommergerste) größtenteils aus heimischem Anbau – das sichert wiederum Arbeitsplätze. Auch der gesamte im Inland geerntete Hopfen (2010 rd. 370 Tonnen) aus dem Mühl- und Waldviertel sowie dem Leutschacher Gebiet wird in österreichischen Brauereien verarbeitet. 

Biersteuer lässt Konsumenten tief in die Tasche greifen

2010 erzielten die österreichischen Brauereien einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro und erbrachten eine Steuerleistung von über 250 Mio. Euro. Die Steuern auf Bier insgesamt brachten 2010 dem Staatshaushalt fast 700 Mio. Euro. Die gesamtsteuerliche Belastung beträgt hochgerechnet fast 50 Prozent – Bier ist damit nach wie vor extrem hoch besteuert. Die österreichische Biersteuer beträgt mehr als das 2,5-fache der deutschen Biersteuer (in Deutschland galten 2010 19 Prozent Umsatzsteuer). „Aufgrund dieser unterschiedlichen Besteuerung ergibt sich in Österreich gegenüber Deutschland ein um durchschnittlich 20 Prozent höherer Flaschenbierpreis – ein Preisunterschied, der überhaupt nicht gerechtfertigt ist, die heimischen Brauer unter Druck bringt und die Konsumenten zwingt, tief in die Tasche zu greifen“, stellt Liebl fest. Die Branche fordert daher weiter die Angleichung der Bierbesteuerung an die benachbarten Biernationen, sowie die Ausweitung der Biersteuermengenstaffel auf Brauereien mit einem Jahresausstoß bis 200.000 hl.

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