Österreich hängt
Deutschland ab
 Sigi Menz Die
Österreicherinnen und Österreicher greifen wieder vermehrt zu ihrem
Lieblingsgetränk: Im vergangenen Jahr nahm der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier um
2,1 Prozent auf 108 Liter zu, der Gesamt-Ausstoß betrug mehr als 8,9 Mio.
Hektoliter (+ 2,9 Prozent). Damit ist und bleibt Bier das beliebteste Getränk
der Österreicher.
"Die
Menschen gönnen sich wieder mehr Genuss“, sagt Sigi Menz, Obmann des
österreichischen Brauereiverbandes. „Wir können mit dem vergangenen Jahr sehr
zufrieden sein. Die Absatzsteigerung von zwei Prozent bestätigt, dass die Menschen
österreichisches Bier in seiner Vielfalt mit über 1.000 Sorten überaus
schätzen. Die Zahlen zeigen nicht zuletzt, dass das gemeinsame Bestreben der 73
österreichischen Brauereien, ob klein, mittel oder groß, mit Tradition und
Innovation die Bierkultur zu fördern, Früchte trägt.“
Österreich als Bier-Nation nach wie vor
Europaspitze
 Bier pro Kopf Verbrauch Die
Brauereien verzeichneten beim Bierausstoß im Inland einen Zuwachs von 2 Prozent
von 8,26 auf 8,43 Mio. Hektoliter und legten beim Export sogar 19,4 Prozent zu.
Alkoholfreies Bier hingegen musste im Inland einen Rückgang von 0,6 Prozent und
gesamt inkl. Export einen Rückgang von 1,5 Prozent verzeichnen.
Österreich
ist eine der führenden Bier-Nationen in Europa und schneidet im Jahr 2011 im
Vergleich zu Deutschland noch besser ab als zuletzt: Denn wie das Statistische
Bundesamt Wiesbaden kürzlich veröffentlichte, weist Deutschland beim
Bier-Inlandsabsatz einen Rückgang von 0,8 Prozent aus. Deutschland liegt damit
bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 101,4 Litern weit hinter Österreich, in dem 108
Liter genossen werden.
Radler und Weizen legen kräftig zu,
Lager-/Märzenbier bleibt Nr. 1
Lager-/Märzenbier
ist nach wie vor die beliebteste Biersorte der Österreicher – über 5,4 Mio.
Hektoliter wurden 2011 konsumiert (+ 0,8 Prozent), der Marktanteil gesamt liegt
für Lager/Märzen 2011 bei 63,3 Prozent und bleibt damit auf ähnlich hohem
Niveau wie 2010 mit 64,0 Prozent.
Eine
enorme Steigerung beim Inlands-Bierausstoß (exkl. Export) kann der Radler mit
Alkohol vorweisen: Gegenüber 2010 ist hier ein Zuwachs von beachtlichen + 32,1
Prozent oder über 139.000 Hektolitern zu verzeichnen, bei alkoholfreiem Radler um
19,3 Prozent.
Weizenbier
legte um stolze 16,8 Prozent zu, auch Bockbier war heuer wieder sehr beliebt
und konnte Zuwächse verzeichnen (+ 4,7 Prozent). Verluste hinnehmen mussten in
erster Linie Leichtbier (- 9,4 Prozent), Spezial-Bier (- 4,2 Prozent) und Pils
(‑ 3,9 Prozent).
„Diese
Zahlen bestätigen einmal mehr, dass die Österreicher die regionale Biervielfalt
schätzen. Wir stehen zwar zu unseren Wurzeln, unseren Traditionen, wollen
gleichzeitig freilich auch nicht von gestern sein. Unsere Kunden wissen das zu
schätzen und nehmen auch bierige Innovationen gerne an.“ so Sigi Menz.
Flasche bleibt Vorreiter
Heimisches
Bier gelangt im Inland zu 70 Prozent in Mehrweggebinden zu den Konsumenten. Der
Flaschenbestand aller österreichischen Brauereien beträgt über 150 Millionen
Stück.
Insgesamt
wurden 2011 fast 3,7 Mio. Hektoliter aus der beliebten 0,5 l Flasche (Mehrweg und
Einweg) getrunken, diese Gebindeart verzeichnete einen leichten Absatzzuwachs
von 1,1 Prozent. Der Marktanteil der 0,5 l Flasche beträgt 2011 nahezu unverändert
zum Vorjahr 43,2 Prozent.
Österreichische Brauwirtschaft -
Wichtiger Wirtschaftsfaktor und Job-Motor
Die
Verbrauchszahlen aus 2011 veranschaulichen, dass Bier nicht nur in der
heimischen Kultur und Kulinarik tief verwurzelt ist, sondern auch einen
wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor darstellt. In Österreichs Brauereien
sind rund 3.800 bestqualifizierte Arbeitnehmer beschäftigt. Die Personalkosten
(Löhne, Gehälter, gesetzlicher und freiwilliger Sozialaufwand) betrugen 2011
fast 250 Mio. Euro - die Brauereien repräsentieren damit einen wichtigen
Job-Motor für die heimische Wirtschaft.
Zudem
ist die österreichische Brauwirtschaft ein wichtiger und unverzichtbarer
Partner für die heimische Landwirtschaft. So stammt die zur Herstellung des
österreichischen Bieres verwendete Braugerste größtenteils aus heimischem Anbau
und auch der gesamte im Inland geerntete Hopfen aus dem Mühl- und Waldviertel
sowie dem Leutschacher Gebiet wird in österreichischen Brauereien verarbeitet.
Biersteuer lässt Konsumenten tief in die
Tasche greifen
2011
erzielten die österreichischen Brauereien einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro
und erbrachten eine Steuerleistung von über 250 Mio. Euro. Die Steuern auf Bier
insgesamt brachten 2011 dem Staatshaushalt rd. 700 Mio. Euro ein.
Ein
Rekord ganz eigener Art wird der heimischen Brauwirtschaft von „außen“
auferlegt – die extrem hohe Besteuerung des Bieres. Die gesamtsteuerliche
Belastung beträgt hochgerechnet fast 50 Prozent. Damit ist die Biersteuer auch
im Vergleich zu den Nachbarländern in Österreich ungleich höher. So beträgt die
österreichische Biersteuer mehr als das 2,5-fache (!) der deutschen Biersteuer.
„Aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung ergibt sich in Österreich gegenüber
Deutschland ein um durchschnittlich 20 Prozent höherer Flaschenbierpreis. Das
ist überhaupt nicht gerechtfertigt, bringt die Brauereien unter Druck und zieht
den Konsumenten das Geld aus der Tasche“, so Menz. Die österreichische
Brauwirtschaft fordert daher einmal mehr die Angleichung der Bierbesteuerung an
die benachbarten Nationen sowie die Ausweitung der Biersteuermengenstaffel auf
Brauereien mit einem Jahresausstoß bis 200.000 Hektoliter.
Bier pro Kopf Verbrauch
Sigi Menz
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