Passwort vergessen?
  • Increase font size
  • Decrease font size
  • Default font size
Member Area
  Österreich ist eine Biernation. Das kann man mit Fug und Recht behaupten, schließlich weist Österreich, auf die Gesamtbevölkerung gerechnet, die größte Brauereidichte der EU auf.
Österreichs Brauer kritisieren Maßnahmenpaket der EU PDF Drucken E-Mail

Heftige Kritik übt der Verband der Brauereien Österreichs an den Plänen von EU-Verbraucherschutzkommissar Kyprianou zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauches. „Das Maßnahmenpaket stellt eine Entmündigung der Konsumenten dar“, so Markus Liebl, Obmann des Verbandes, „da man seitens der EU nicht bei dem Problem des missbräuchlichen Konsums von Alkohol ansetzt“. Die geplanten Werbeverbote, Vertriebsrestriktionen, Steuererhöhungen und Warnhinweise „schaden nicht nur der Wirtschaft und gefährden Arbeitsplätze, sondern sie maßregeln und kriminalisieren auch den mündigen, verantwortungsbewussten Biergenießer“, stellt Liebl fest. 

„Wir bekennen uns ausnahmslos zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem geringfügig alkoholhältigen Genussmittel Bier. Ebenso konsequent lehnen wir jeglichen Missbrauch ab und setzen uns seit jeher für Aufklärung, Information und Prävention zum Thema Alkoholmissbrauch ein“, betont Liebl. Das sei ein effizienterer Lösungsansatz als „Verbotspolitik“. Für Gesundheitsfragen seien zudem die nationalen Regierungen, nicht aber die EU und deren Institutionen verantwortlich. „Laut Subsidiaritätsprinzip ist die EU-Kommission nur dann gefordert, wenn ein Problem auf Gemeinschaftsebene besser gelöst werden kann als auf nationalstaatlicher Ebene. Das trifft auf den Bereich Alkoholpolitik nicht zu – wegen der ausgeprägten kulturellen und traditionellen Unterschiede sollten die Mitgliedstaaten selbst die Frage des verantwortungsbewussten Umgangs  mit Alkohol behandeln“, unterstreicht Liebl.

Die EU-Kommission, so Liebl weiters, setzt mit ihren Vorschlägen Genießer von alkoholischen Getränken mit Alkoholkranken gleich – dieser Ansatz ist sicherlich völlig falsch. Man sollte auch berücksichtigen, dass zwischen unterschiedlichen alkoholischen Getränken (Bier etwa hat den geringsten Alkoholanteil), Konsumanlässen und Genusskulturen der einzelnen Länder und Regionen zu differenzieren ist. Darüber hinaus beweisen Beispiele von Tabakwerbeverboten in Italien oder aktuell in Österreich im Printbereich, dass das Konsumverhalten trotz Verbot unverändert bleibt.

DI-Dr.-Markus-Liebl
DI Dr. Markus Liebl
Generell bringen laut Liebl prohibitive Maßnahmen die Gefahr der „Verkehrung ins Gegenteil“ mit sich. Im EU-Mitgliedstaat Schweden etwa sei Alkohol erst ab 18 Jahren legal erhältlich und die Abgabe durch ein staatliches Monopol streng geregelt. Das Resultat dieser Politik: Junge Männer unter 18 trinken dort zu 50 Prozent mehr Alkohol (pro Kopf) als der durchschnittliche männliche Konsument, die Schmuggelraten sind ebenso hoch wie die Dunkelziffer bei der unkontrollierten Herstellung alkoholhältiger Getränke. Sinnvoller wäre es aus Sicht der österreichischen Brauereien, die Einhaltung bestehender gesetzlicher Regelungen (Abgabealter, Verkauf, Jugendschutzgesetz, etc.) genauer zu kontrollieren, als neue Maßnahmen zu erfinden.

In Österreich, so Liebl weiters, sind rund 41.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit der Bierproduktion verbunden; der Staat profitiert hier mit Gesamtsteuereinnahmen von 825 Millionen Euro pro Jahr. Diese beachtliche Wertschöpfung allein im Zusammenhang mit dem Genussmittel Bier würde durch das EU-Maßnahmenpaket deutlich gefährdet: Arbeitsplatzverluste in den Brauereien selbst sowie in den Zulieferbetrieben, u.a. auch in der Landwirtschaft, eklatante Umsatzrückgänge in der Werbewirtschaft und damit verbundener Jobabbau in der Werbebranche sowie bei den Medien, die sich hauptsächlich über Werbung finanzieren, Wettbewerbsbeschränkungen und damit Handelshemmnisse seien nur einige der zu erwartenden Folgen. Zudem würden die seitens der EU vorgeschlagenen Maßnahmen für Österreich als Tourismusland und damit natürlich auch für unsere heimischen Gastronomiebetriebe weitreichende negative Folgen haben.

„Die österreichischen Brauer sind bereit, jede konstruktive Initiative zur Information, Aufklärung und Prävention des Alkoholmissbrauches mit zu tragen. Wenn die EU Kommission jedoch mit dem vorliegenden Maßnahmenpaket eine Behinderung der Wirtschaft und Bevormundung der Konsumenten ohne wissenschaftlich fundierte Begründung in Kauf nimmt, so hat sie ihre Aufgabe völlig falsch verstanden“, unterstreicht Liebl abschließend. 

 
weiter >
Newsletter



   

Inhaltsverzeichnis
  • 30.09. Österreich feiert Brausilvester!
    Bierbrauer lassen am 30. September die Kronenkorken knallen Den traditionellen Abschluss eines Braujahres bildet der Brausilvester am 30. September. Österreichs Bierbranche ...
Home | Suchen | Kontakt | Impressum